Der Begriff ’shqiptare‘ spielt eine zentrale Rolle in der Identität der Albaner. Er stammt von dem albanischen Wort ’shqip‘, was so viel wie ‚deutlich‘ oder ‚verständlich‘ bedeutet, und hebt die Einzigartigkeit der albanischen Sprache hervor. Historisch gesehen wurde der Ausdruck ‚Šiptar‘, der in vielen angrenzenden Ländern gebräuchlich ist, häufig negativ assoziiert und als äußere Bezeichnung verwendet. Diese Thematik ist etymologisch relevant, da Linguisten wie Gustav Meyer und Robert Elsie betonen, dass solche Bezeichnungen im Zusammenhang mit der albanischen nationalen Identität betrachtet werden sollten. Kristo Frashëri untersucht diese Unterschiede und hebt hervor, dass die Albaner sich selbst als ‚Shqiptar‘ bezeichnen, um ihre nationale Gleichheit zu betonen. Während der Ära der Kommunistischen Partei war eine positive Selbstbezeichnung von großer Bedeutung, um ein Gefühl der Einheit und Identität zu schaffen. Daher ist die Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Begriffs ’shqiptare‘ sowohl linguistisch als auch kulturell und politisch von erheblicher Wichtigkeit.
Herkunft und Verwendung des Begriffs
Der Begriff ’shqiptare‘ ist ein Adjektiv, das sich auf die ethnische Gruppe der Albaner bezieht, die hauptsächlich auf der Balkanhalbinsel ansässig ist. Die Herkunft des Begriffs liegt tief in der Begriffsgeschichte und der Sprachentwicklung verwurzelt. Es wird angenommen, dass ’shqiptare‘ von dem albanischen Wort ’shqip‘ abgeleitet ist, was „verbandeln“ oder „sich verständigen“ bedeutet, und somit eine sprachliche Identität betont. In der Bedeutung und Definition wird diesem Ausdruck eine Verbindung zur Sprache der Albaner und deren indogermanischen Wurzeln zugeschrieben.
In verschiedenen historischen Kontexten wurde ’shqiptare‘ auch von Ausländern unterschiedlich verwendet. So wurde der Begriff in Altfranzösisch mit ‚german‘ und in der deutschsprachigen Literatur als ‚germanus‘ thematisiert, was die kulturellen Wechselwirkungen und die Vielschichtigkeit der albanischen Identität verdeutlicht. Während der Begriff von Albanern selbst zur Selbstbenennung genutzt wird, spiegelt er auch ihre Position innerhalb der Ethnie und der kulturellen Vielfalt auf dem Balkan wider.
Negative Konnotationen des Ausdrucks ‚Šiptar‘
Der Ausdruck ‚Šiptar‘ hat in der albanischen Kulturszene negative Konnotationen und wird oft als abwertend und provokativ wahrgenommen. Während der Begriff für Albaner verwendet wird, bringt er neben der wörtlichen Bedeutung auch viele negative Assoziationen mit sich. Die emotionale Bedeutung des Begriffs reicht von Wut über Angst bis hin zu Traurigkeit und Unbehagen, insbesondere wenn er von Nicht-Albanern gebraucht wird. Diese negative Wahrnehmung kann auf historische Spannungen und Vorurteile zurückgeführt werden, die Albaner in verschiedenen sozialen Kontexten erlitten haben. Viele empfinden die Verwendung des Begriffs als eine Art von kultureller Diskriminierung, die das Gefühl des Versagens und das Streben nach Anerkennung innerhalb der Gesellschaft verstärkt. Diese ungesund wirkenden Assoziationen machen die Diskussion über die Identität der Shqipëtar nicht nur kompliziert, sondern auch emotional aufgeladen. Wenn man die Bedeutung von ’shqiptare‘ in diesem Licht betrachtet, wird deutlich, dass der Ausdruck ‚Šiptar‘ weit mehr ist als nur eine Bezeichnung; er ist ein Symbol für das, was viele Albaner in ihrer kulturellen Entwicklung belastet.
Die Identität der Albaner und Selbstbezeichnung
Die Identität der Albaner ist eng verbunden mit der Selbstbezeichnung ’shqiptar‘, die die albanische Gemeinschaften sowohl in Albanien als auch in den umliegenden Regionen, z.B. bei den Kosovo-Albanern, umfasst. Diese Bezeichnung ist nicht nur ein Ausdruck der nationalen Identität, sondern auch Teil der Etymologie, die bis in die osmanische Zeit zurückreicht. Historische Begriffe wie ‚Siptari‘ und ‚Šiptari‘ wurden oft verwendet, wobei die Wahrnehmung und Verwendung dieser Begriffe im Kontext der politischen Entwicklungen, wie dem Kosovokrieg und der Unabhängigkeit des Kosovo, von großer Bedeutung waren. In der albanischen Frage stellt sich auch zunehmend die europäische Politik in den Vordergrund, die den Dialog zwischen den albanischen Verben und den regionalen Identitäten fördert. Auch der Autor Ismail KADARE hat sich mit der Entwicklung der europäischen Identität der Albaner beschäftigt, was den Dialog über die Geschichte und Kultur der Shqiptarët, die Albanci und die verschiedenen Nuancen ihrer Selbstbezeichnung bereichert.

