Duisburg 2025: Mehr Führerscheinanträge, mehr Elektroautos, weniger Neuzulassungen

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Das Straßenverkehrsamt Duisburg hat seine Jahresbilanz 2025 vorgelegt. Die Fahrerlaubnisbehörde verzeichnete einen Anstieg der bearbeiteten Anträge, die Zulassungsbehörde meldet mehr zugelassene Elektro- und Hybridfahrzeuge, zugleich gingen die Neuzulassungen zurück. Der Bereich Personen- und Güterverkehr nennt Baustellen als Belastungsfaktor für Großraumtransporte.

Fahrerlaubnisse: mehr Anträge, mehr Umtauschfälle

Die Fahrerlaubnisbehörde bearbeitete 2025 insgesamt 27.911 Anträge zu Führerscheinangelegenheiten. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber 26.957 im Jahr 2024. Zu den Anträgen zählten unter anderem Erst- und Neuerteilungen, Erweiterungen sowie Anträge für begleitetes Fahren ab 17 Jahren.

Die Zahl der ausgegebenen Fahrerkarten sank auf 1.313 gegenüber 1.565 im Vorjahr. Von diesen personengebundenen Nachweisen mit Speicherchip entfielen 40 auf Frauen. Fahrverbote blieben mit 1.434 Fällen annähernd auf Vorjahresniveau.

Bemerkenswert ist der Zuwachs bei Fahrerlaubnissen für die Fahrgastbeförderung. Für Taxi und Mietwagen wurden 1.159 Anträge gestellt, nach 986 im Jahr 2024 und 852 in 2023. Auffällig stieg auch die Zahl der Führerschein-Umtauschvorgänge, vor allem im Rahmen des Pflichtumtausches, auf 7.874 Fälle nach 5.150 im Jahr 2024.

Die Behörde registrierte 20.373 persönliche Vorsprachen, davon 1.664 Notfalltermine. Zudem nutzten mehr als 6.400 Menschen den sogenannten Walk-by-Schalter ohne vorherige Terminbuchung. Zusammengenommen erhöhten sich die Vorsprachen auf mehr als 28.437 nach 23.400 im Jahr 2024.

Eignung, Punkte und Fahrlehrer

Im Bereich Fahreignung ordnete die Behörde 2.607 medizinisch-psychologische oder fachärztliche Gutachten an, nach 1.598 im Vorjahr. 263 Fahrerlaubnisse wurden durch die Behörde entzogen, 300 Personen verzichteten freiwillig auf ihre Fahrerlaubnis. Gerichte sprachen 190 Entzüge aus und sicherten 98 Fahrerlaubnisse.

Bei Probezeitfahrern wurden 1.063 Maßnahmen wie Aufbauseminare oder Verwarnungen veranlasst. Im Punktebewertungssystem wurden 2.202 Maßnahmen umgesetzt, davon 1.814 Ermahnungen in der ersten Stufe und 388 Verwarnungen in der zweiten Stufe. Polizei und Gerichte übermittelten mehr als 2.213 Mitteilungen und Anzeigen zur Eignungsüberprüfung.

Im Bereich der Fahrlehrerlaubnisse konnten trotz anhaltendem Fachkräftemangel 15 Erlaubnisse erteilt werden. Zum Vergleich: 2024 waren es 20 und vor zehn Jahren drei.

Zulassungsbehörde: Bestand steigt, Neuzulassungen sinken

Die Zulassungsbehörde meldet 69.243 Zulassungen für Pkw, Motorräder, Roller, Lkw und Busse in 2025, nach 68.479 im Jahr 2024. Aktuell sind 306.526 Fahrzeuge in Duisburg zugelassen. Zum Vergleich: 2016 waren 277.514 Fahrzeuge registriert.

Die Neuzulassungen gingen auf 11.545 zurück, nachdem 2024 noch 13.008 Fahrzeuge neu zugelassen worden waren. Abmeldungen stiegen auf 44.274 nach 38.959 im Vorjahr.

Die Zahl der Elektro- und Hybridfahrzeuge nahm deutlich zu. Waren 2016 nur 79 Elektrofahrzeuge und 598 Hybridfahrzeuge gemeldet, zählte die Behörde 2024 bereits 5.583 Elektrofahrzeuge und 15.776 Hybridfahrzeuge. Für 2025 werden 6.994 Elektrofahrzeuge und 19.957 Hybridfahrzeuge ausgewiesen.

Gewerblicher Verkehr und Genehmigungen

Die Abteilung Personen- und Güterverkehr genehmigte 2.583 Anträge zur Durchführung von Transporten und bearbeitete 7.121 Anhörungen, etwa für Durchfahrten durch das Duisburger Stadtgebiet. Zusätzlich wurden 768 verkehrsrechtliche Anordnungen erlassen, etwa Vorgaben zu Routen, Zeitfenstern oder Begleitung durch Sicherungsfahrzeuge.

Als wesentliche Herausforderung für die Bearbeitung nennt das Amt Baustellen im Stadtgebiet. Bauprojekte wie die A40-Rheinbrücke, der A3-Brückenneubau am Kreuz Kaiserberg und temporäre Belastungsbeschränkungen an der A59 führten zu Umleitungen und erforderten kurzfristige Vorgaben bei der Streckenführung.

Service und Personal

Ein Besuch bei der Zulassungs- und Fahrerlaubnisbehörde ist grundsätzlich nur mit einem gebuchten Online-Termin möglich. Die Termine werden über das städtische Portal vergeben. Im Straßenverkehrsamt sind rund 90 Mitarbeitende sowie Auszubildende tätig.

Die Bilanz zeigt verstärkte Nachfrage in mehreren Bereichen des Amtes, gleichzeitig bleiben Herausforderungen durch Infrastrukturarbeiten und Personalengpässe bestehen. Konkrete Maßnahmen zur Entlastung nannte die Behörde in der vorgelegten Statistik nicht.

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